Tradition des Französischunterrichts an der Goldsteinschule


Von den ersten Versuchen im Bereich der Kindertagesstätten im Rahmen des Deutsch-Französischen Jugendwerks Ende der sechziger Jahren bis heute hat die Goldsteinschule die Entwicklung des Frühfremdsprachenunterrichts in Hessen begleitet und durch engagierte Kollegen beeinflusst.
Im Schuljahr 1971/72 wurde auf Anregung des Stadtschulamtes eine Gruppe von 30 Vorschulkindern der Goldsteinschule für den Französischunterricht ausgewählt.
In den folgenden Jahren wurde es allen Schüler der Goldsteinschule auf freiwilliger Basis ermöglicht, am Französischunterricht teilzunehmen. Damit der Kontakt mit der Fremdsprache so intensiv und authentisch wie möglich gestaltet werden konnte, unterrichteten viele Jahre lang auch Austauschlehrer aus Frankreich.
Im Schuljahr 1983/84 schloss sich die Goldsteinschule dem schon laufenden Schulversuch "Fremdsprachen in der Grundschule" an. Das Angebot konnte erweitert werden. So entstanden ab 1986 auch Arbeitsgemeinschaften für die 5. und 6. Klassen der Förderstufe.
Nachdem 1989 der Schulversuch beendet wurde, blieb der Frühfranzösischunterricht an der Goldsteinschule bestehen, jetzt als offizielles und obligatorisches Unterrichtsfach, allerdings erst ab der 3. Klasse.
In den 90er Jahren gab es immer wieder Begegnungen zwischen Kindern aus der Goldsteinschule und französischen Schülern, z.B. aus Thionville und Straßburg.
Im Jahr 1996 gelang es der damaligen Konrektorin Karola Putz, eine offizielle, vom Deutsch-Französischen Jugendwerk geförderten Partnerschaft zwischen der Goldsteinschule und der Pariser "Ecole La Fayette" zu initiieren. Zwischen beiden Schulen entstand ein reger Kontakt. Seitdem besuchte jedes Frühjahr eine vierte Klasse aus Paris Goldsteiner Schüler der 4. Jahrgangsstufe und deren Familien. Im Laufe einer Woche nahmen sie am Alltag ihrer Gastgeber teil. Auch die Frankfurter Schüler, die keinen Gast in ihrer Familie aufnehmen konnten, profitierten von dem Besuch, da die Franzosen auch am täglichen Unterricht und Ausflügen teilnahmen.
In der Regel fand zuerst der Besuch der Franzosen in Frankfurt statt. Die Ausflüge führten sie u.a. auf die Saalburg, in den Hessenpark, in die Gemäldegalerie Städel, sowie in das Heinrich-Hoffmann-Museum.
Einige Wochen später starteten die Goldsteiner Schüler zum Gegenbesuch nach Paris, um dort ihre Austauschpartner wieder zu treffen. Auch sie wurden in den Familien aufgenommen. Neben einem ausführlichen Besuchsprogramm haben die deutschen Schüler auch am Unterricht der Pariser Partnerschule teilgenommen.
Auch für die Teilnehmer der Französisch-AG in der Förderstufe gab es die Möglichkeit unser Nachbarland zu besuchen. In den Jahren 1998 bis 2000 fanden Tagesfahrten nach Straßburg statt. Neben einer der Besichtigung der Stadt stand auch dort die Begegnung mit dem französischen Alltag im Mittelpunkt. So erhielten die Schüler bestimmte Aufgaben, die sie mit Hilfe von Einheimischen lösen mussten.